Feuerwehr Ratingen
01.02.12 Feuerwehr und Stadt warnen vor dem Betreten von Eisflächen auf Gewässern!

Ratingen, Voisweg 1-5, 15:00 Uhr, 01.02.12

Die Feuerwehr Ratingen und das Stadtamt Kommunale Dienste weisen ausdrücklich auf die akute Lebensgefahr beim Betreten von Eisflächen hin!

Appell an die Eigenverantwortlichkeit

Eisige Temperaturen locken im Winter so manchen Bürger, aber auch Kinder auf zugefrorene Teiche und Gewässer. Doch das birgt Gefahren. Generell sollten die zugefrorenen Gewässer erst dann betreten werden, wenn sie ausdrücklich von der Stadt und der Feuerwehr zum Betreten frei gegeben sind. Verbotsschilder müssen beachtet werden! Die Feuerwehr Ratingen appelliert an alle Bürgerinnen und Bürger, besondere Vorsicht walten zu lassen. Sehr gefährdet sind Kinder. Leicht überschätzen sie die jetzt noch viel zu dünne Eisdecke. Auch wenn in Ufernähe das Eis fest erscheint, kann das ein paar Meter weiter schon anders aussehen. Bricht das Eis weg, fällt man unweigerlich ins Wasser. Die Folge ist eine lebensgefährliche Unterkühlung. Bereits nach 2 Minuten haben Kinder kaum noch eine Überlebenschance. Erwachsene sollten mit gutem Beispiel voran gehen und die Eisflächen erst dann betreten, wenn wir über mehrere Wochen Dauerfrost haben und die Eisfläche mindestens 15 Zentimeter dick ist. Trotz der aktuellen Kälte sind die Eisdecken auf den städtischen Teichen (Schwanenspiegel, Stadthallenteich) und den Seen (Erholungspark Volkardey, Broichhofsee, Schwarzer See, Schönungsteiche Homberg) noch nicht tragfähig.

Gemäß Grünflächenverordnung in der Fassung vom 23. Januar 2008 ist es in den Grünanlagen der Stadt Ratingen untersagt nicht frei gegebene Eisflächen zu betreten und zu befahren. Bis zu einer möglichen Freigabe gilt absolutes Betretungsverbot.

Die Stadt Ratingen übernimmt keinerlei Haftung. Das Betreten erfolgt auf eigene Gefahr. Dies gilt auch dann, wenn die Eisflächen freigegeben sein sollten. Eltern werden ausdrücklich gebeten, darauf zu achten, dass ihre Kinder die Eisflächen vor der Freigabe nicht leichtsinnig betreten. Besonders als Gefahrenstellen zu beachten sind die Wassereinläufe sowie ggf. abgesperrte Bereiche.

Eltern müssen ihre Kinder auf die tödliche Gefahr hinweisen! Nutzen Sie lieber das Eisstadion. Hier erleben Sie ein ungefährlicheres Eislaufvergnügen.

Grundsätzlich gilt:

•Betreten von nicht freigegebenen Eisflächen ist verboten! - Lebensgefahr!

•Das Eis muss mindestens 15 Zentimeter dick sein.

•Menschenansammlungen wie beim Schlittschuhlaufen sind lebensgefährlich - Überlastung!

•Nehmen Sie örtliche Warnhinweise ernst. Kindern müssen die Gefahren erklärt werden.

•Vermeiden Sie einsame Ausflüge auf dem Eis – bei einem Unfall kann es sonst sein, dass niemand Hilfe holen kann.

•Wenn das Eis knistert und knackt, Risse aufweist oder schwallweise Wasser auf die Oberfläche tritt: nicht betreten. Wenn Sie bereits auf dem Eis sind: Flach hinlegen, um das Gewicht auf eine größere Fläche zu verteilen, zum Ufer robben (möglichst wenig ruckartige Bewegungen).

•Vorsicht ist nicht nur bei fließendem Gewässer, verschneiter Oberfläche und bewachsenem Ufer geboten; auch an Ein- und Ausflüssen kann die Eisdicke plötzlich abnehmen. Vor allem an dunklen Stellen kann das Eis zu dünn sein – hier droht Einbruchgefahr!!

Regeln zur Rettung Verunfallter auf Eisflächen

Sollte es dennoch zu einem Unfall gekommen sein und eine Person ist im Eis eingebrochen, so beachten Sie bitte folgende Regeln:

•Rettung Verunfallter - Die Hilfe muss schnell, aber überlegt erfolgen!

•Wer einbricht, sollte versuchen, sich vorsichtig am Eis festzuhalten oder darauf zu ziehen. Wenn das Eis weiter bricht, kann man sich mit Fäusten oder Ellenbogen einen Weg zum Ufer frei schlagen.

•Rufen Sie im Unglücksfall sofort über den Notruf 112 Hilfe bzw. organisieren Sie, dass jemand einen Notruf absetzt! Vor allem bei unübersichtlichem Gelände kann ein Einweiser an einer markanten Wegkreuzung die Anfahrt der Rettungskräfte erleichtern.

•Helfer sollten sich nicht selbst in Gefahr bringen: Eigensicherung beachten (Leinen/Schwimmweste/Rettungsring), nicht zu weit hinaus wagen. Das Körpergewicht muss auf eine möglichst große Fläche verteilt werden. Hierzu Hilfsmittel wie ein Türblatt, Leiter oder ein Brett o.ä. verwenden!

•Wer sich zum Helfen auf die Eisfläche begibt, sollte dafür eine Unterlage (Leiter, Bretter, Zaun, Hockeyschläger) verwenden, um das Gewicht zu verteilen. Die Hilfsmittel kann man der eingebrochenen Person zuschieben. Eine quer über die Einbruchstelle gelegte Unterlage oder Äste machen die Rettung leichter. Hilfreich können auch an Gewässern aufgehängte Rettungsringe sein.

•Niemals in das Wasser eintauchen um Personen zu suchen. Überlassen Sie solche Rettungsaktionen den Fachkräften der Feuerwehr

•Gerettete in warme Decken (Rettungsdecke) oder Jacken hüllen, vorsichtig erwärmen, nicht als „Hausmittel“ mit Schnee abreiben. Unterkühlten Personen keinen Alkohol geben, stattdessen möglichst warmen Tee reichen.
(J. Neumann)

Foto: Feuerwehr Ratingen



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