Feuerwehr Ratingen
Geschichte der Jugendfeuerwehr Ratingen

(Gründungsbild 1990)


Alles begann Anfang des Jahres 1990, als die Feuerwehr Ratingen in der Presse den Aufruf startete, dass sich Jugendliche zur Gründung einer Jugendfeuerwehr melden sollten. Der heutige Ehrenstadtbrandmeister Helmut Gansen stellte damals die Weichen zur Gründung und ernannte Andreas Pützer zum ersten Stadtjugendfeuerwehrwart. Ihm zur Seite standen Martin Schlepütz, Guido Vogt, Erik Krause und Harald Siebelist. Am 5. Mai 1990 war es dann so weit, 25 Jugendliche – darunter zwei Mädchen – wurden in der Aula der Friedrich-Ebert-Realschule offiziell in die Feuerwehr Ratingen aufgenommen.


(125 Jahre Feuerwehr Ratingen)

Seitdem lernen alle Jugendlichen in einem 14-tägigen Rhythmus das kleine 1x1 der Feuerwehr. Doch nicht nur das Grundwissen in Sachen Feuerwehr steht auf dem Stundenplan, denn auf soziale Kompetenz, Teamarbeit,Sport und gemeinsame Freizeitgestaltung wird ebenfalls viel Wert gelegt. Ein Jahr nach der Gründung der Jugendfeuerwehr wurde dank der finanziellen Unterstützung von Sponsoren ein eigenes Mannschafts-Transport-Fahrzeug angeschafft. Es war nun möglich, an Veranstaltungen auch außerhalb des Stadtgebietes teilzunehmen. Zwischenzeitlich hatte die Jugendfeuerwehr sogar einen eigenen Abrollbehälter, der mittlerweile aber ausgemustert ist. Stattdessen gab es zum 25. Geburtstag im Mai 2015 eine ganz besondere Überraschung: Feuerwehrchef René Schubert überreichte der Gruppe ein eigenes Löschfahrzeug in der aktuellen Beklebung der Feuerwehr Ratingen. Dieses LF 10 war bisher als Reservefahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr im Dienst gewesen.

Die Jugendfeuerwehr Ratingen umfasst heute etwa 40 Jugendliche im Alter zwischen 12 und 18 Jahre. Die enorme Betreuungsarbeit teilen sich 10 Kameraden und 5 Praktikanten, welche ebenfalls angehörige der Feuerwehr Ratingen sind.

Dienstabende finden nach wie vor alle zwei Wochen mittwochs statt. Die Jugendlichen teilen sich dabei in vier Gruppen gemäß ihres Alters auf. Immer im Januar werden die Neulinge aufgenommen, was die Ausbildung effektiver macht und Chancengleichheit schafft. Im Winterhalbjahr steht Theorie auf dem Stundenplan, während es in der wärmeren Jahreszeit vor allem darum geht, das Erlernte in die Praxis umzusetzen. Außerdem ist es im Sommer warm genug, um die Übungen auch mal in einer Wasserschlacht enden zu lassen.

Im Sommerhalbjahr finden auch die Kreisveranstaltungen statt. Dazu zählt unter anderem eine Hinderniswanderung, bei der die Jugendlichen ihre erworbenen Kenntnisse in verschiedenen Übungen unter Beweis stellen müssen. Auch das Kreiszeltlager zählt alle zwei Jahre zum festen Bestandteil, ebenso die jährliche Kreisalarmübung, an der alle Jugendfeuerwehren des Kreises teilnehmen. Die Ratinger Jugendfeuerwehr veranstaltet zum Ende der Praxiszeit auch noch eine eigene große Abschlussübung. In den Sommerferien findet kein Dienst statt.


(Besuch Flughafenfeuerwehr 2006)

Außerhalb der Übungen zeigt die Jugendfeuerwehr aber auch bei vielen Veranstaltungen im Stadtgebiet Präsenz wie bei den Tagen der offenen Tür in den verschiedenen Standorten, beim Mehrkampfmeeting im Ratinger Stadion oder bei der Zelt Zeit am Grünen See.

Die Jugendfeuerwehr ist für die Freiwillige Feuerwehr von großer Bedeutung, rekrutiert sich aus ihr doch mittlerweile ein großes Teil des Nachwuchses im aktiven Dienst der verschiedenen Standorte im Stadtgebiet. Auch die Jugendfeuerwehr steht vor der Herausforderung, den Nachwuchs frühzeitig an sich zu binden. Daher wird derzeit landesweit darüber diskutiert, eine Kinderfeuerwehr zu installieren. Inwiefern sich das in die Realität umsetzen lässt, bleibt abzuwarten.

Die Jugendfeuerwehr bietet den Jugendlichen eine abwechslungsreiche Freizeitgestaltung. Dabei steht auch immer die Festigung sozialer Kompetenzen im Fokus der Betreuer, die durch ständige Fort- und Weiterbildung gewährleisten, dass die Kinder und Jugendlichen hier gut und sicher aufgehoben sind.


Autoren: Jens-Uwe Bartels (Gründungsmitglied), Jens Dietl und Wolfgang Schneider