Feuerwehr Ratingen
37.32 - Fahrzeug- und Gerätetechnik

KFZ-Technik / Werkstätten


Sachgebietsleiter: Markus Meyer

Die Aufgaben innerhalb des Sachgebietes lassen sich grob in die Bereiche Unterhaltung und Beschaffung von Fahrzeugen und Geräten unterteilen.

Der Aufgabenschwerpunkt liegt in der Sicherstellung der Einsatzbereitschaft der vorhandenen Einsatzfahrzeuge und Geräte. Neben Reparaturarbeiten stehen hier besonders die erforderlichen, turnusmäßigen Geräteprüfungen im Vordergrund.

16 Mitarbeiter aus den beiden Wachabteilungen und ein Mitarbeiter im Tagesdienst sind aus diesem Grund den Arbeitsbereichen

KFZ und Gerätewerkstatt
Schreinerei
Schlauchwerkstatt und
Einsatzgerätelager

zugeordnet.

Neben der Koordination der anfallenden Aufgaben und der Personalentwicklung liegt die Haupttätigkeit des Sachgebietsleiters im Bereich der Vorbereitung und Durchführung aller Beschaffungen von Einsatzfahrzeugen und -geräten mit Ausnahme des Rettungsdienstes.

KFZ und Gerätewerkstatt

Die KFZ- und Gerätewerkstatt ist mit einer Vielzahl von Aufgaben befasst. In der KFZ-Werkstatt werden kleinere Reparaturen an Fahrzeugen, der Austausch von Verschleißteilen wie Spiegeln, Leuchtmitteln und Reifen sowie Umbauarbeiten durch Änderungen an der Fahrzeugbeladung durch die Mitarbeiter der Feuerwehr selbst durchgeführt. Umfangreichere Reparaturarbeiten sowie Inspektionen an den Fahrzeugen erfolgen durch die zentrale KFZ-Werkstatt der Stadt Ratingen am Baubetriebshof oder externe Fachwerkstätten.

Aufgrund der Vielzahl der Aufgaben kann der Bereich der Gerätewerkstätten hier nur beispielhaft vorgestellt werden. Durch entsprechend qualifizierte Mitarbeiter werden alle vorhandenen Leitern und Sprungrettungsgeräte turnusmäßig überprüft und - falls erforderlich und möglich - instandgesetzt.

Zur Sicherstellung der Einsatzbereitschaft der zahlreichen vorhandenen Motorkettensägen, können diese in der eigenen Werkstatt instandgesetzt werden. Für größere oder länger andauernde Einsätze werden Ersatzgeräte und vor allem Ersatzketten bereitgehalten. Das Schärfen von verschlissenen Ketten erfolgt zum Teil noch während des laufenden Einsatzes durch die Mitarbeiter der Gerätewerkstatt.

Hydraulische Rettungsgeräte sind unverzichtbare Werkzeuge bei der Befreiung von Personen nach Verkehrsunfällen. Die Geräte arbeiten mit Betriebsdrücken von bis zu 700 bar. Daher hat bereits der kleinste Defekt nicht nur einen Ausfall der Technik zur Folge, sondern kann beim Bediener zu schwerwiegenden Verletzungen führen. Alle Schläuche und Dichtungen werden daher regelmäßig gewartet und nach spätestens 10 Jahren ausgetauscht.

Zahlreiche weitere Geräte der Feuerwehr werden durch leistungsstarke Elektro- oder Verbrennungsmotoren angetrieben. Hier sind insbesondere Pumpen, Permanentsauger, Hochleistungslüfter oder tragbare Stromerzeuger zu nennen. Allen diesen Geräten ist gemeinsam, dass sie in der Regel über Wochen oder Monate nicht betrieben werden, um im Einsatz stundenlang unter Volllast zuverlässig arbeiten zu müssen. Die Folge dieser Nutzung ist ein erheblicher Verschleiß. Nur die Wartung und Instandsetzung durch eigenes Werkstattpersonal sichert auch hier die schnellstmögliche Herstellung der vollen Einsatzbereitschaft.

Funk- und Elektrowerkstatt

Zahlreiche elektrische Betriebsmittel werden durch die Feuerwehr vorgehalten. Dies reicht von unterschiedlichsten Leitungstrommeln über Scheinwerfer, Permanentsauger und Tauchpumpen bis zu tragbaren Stromerzeugern. Die notwendigen Wartungsarbeiten und die meisten Reparaturen können auch hier durch eigenes Personal durchgeführt werden.

Die Mitarbeiter der Funkwerkstatt warten und regenerieren alle bei der Feuerwehr Ratingen eingesetzten Akkus von Funkgeräten und Handlampen.

Kleinere Reparaturarbeiten an Funkgeräten und Funkmeldeempfängern werden selbst durchgeführt. Die Funktechnik in modernen Einsatzfahrzeugen ist in den vergangenen Jahren einem starken Veränderungsprozess unterlegen und dabei immer komplexer und anfälliger geworden. Darüber hinaus erfordert die immer umfangreichere Ausstattung der Fahrzeuge mit elektrischen Verbrauchern eine immer leistungsfähigere und intelligentere Ladetechnik zur Sicherstellung der Einsatzbereitschaft.

Im Rahmen der Neubeschaffung von Einsatzfahrzeugen stehen die Mitarbeiter der Funkwerkstatt stets als kompetente Ansprechpartner für die ausführenden Firmen zur Verfügung und tragen durch ihr Fachwissen auch immer wieder zur konstruktiven Problemlösung bei. Die hierbei gewonnenen, intensiven Kenntnisse ermöglichen im Gegenzug die Durchführung auch umfangreicher Reparatur- und Umbauarbeiten in diesem Bereich.

Schreinerei

Durch die feuerwehreigene Schreinerei erfolgen Reparaturarbeiten am hauseigenen Inventar und auch immer wieder der Entwurf und Bau von Möbelstücken. So wurden zum Beispiel für die Kleiderkammer ein Großteil der Möblierung einschließlich des Ausgabetresens und einer Umkleidekabine in Eigenarbeit erstellt.

Darüber hinaus ist die Feuerwehr aufgrund der vorhandenen Ausstattung der Schreinerei jederzeit dazu in der Lage, erforderliches Holz z. B. zum Herstellen von Verschalungen oder Abstützungen an Einsatzstellen bereitstellen zu können.

Schlauchwerkstatt

Der Bestand der Feuerwehr Ratingen umfasst mehrere hundert Schläuche unterschiedlicher Durchmesser und Einsatzbereiche. Diese werden in der eigenen Schlauchwerkstatt nach Einsätzen gereinigt, geprüft und bei Bedarf instandgesetzt. Hierfür steht eine vollautomatische Schlauchpflegeanlage in modernster Bauart zur Verfügung. Das Trocknen der Schläuche erfolgt hierbei computerunterstützt, jedoch auf traditionelle Weise im freien Luftstrom hängend im Schlauchturm der Feuerwache.

Neben Schläuchen zählen auch die erforderlichen Armaturen zur Wasserentnahme, -fortleitung und -abgabe zum Aufgabenbereich der Mitarbeiter der Schlauchwerkstatt. Defekte Strahlrohre, Verteiler oder Kupplungen werden, wenn möglich, instandgesetzt und das betreffende Fahrzeug sofort mit einem Ersatzgerät aus dem Lagerbestand wieder einsatzbereit gemacht.

Die Bevorratung und Bereitstellung der bei der Feuerwehr Ratingen eingesetzten Schaummittel erfolgt ebenfalls durch die Schlauchwerkstatt.

Einsatzgerätelager

Sozusagen als „Eiserne Reserve“ für besondere Einsatzlagen oder zur schnellen Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft lagern auf der Hauptfeuerwache zahlreiche Geräte und Materialien in einem Hochregal. Die Lagerung erfolgt dabei so, dass das benötigte Material schnell und mit wenig personellem Aufwand entnommen und in den Einsatz gebracht werden kann. Gelagert werden unter anderem:

 Ölbindemittel (zum Einsatz auf Straßen und Gewässern)
 Ölsperren
 Bauholz (Kanthölzer, Spanplatten und Bohlen)
 Baustützen
 „Kölner Ringe“ (Zur Rettung verschütteter Personen)
 Absperrmaterial
 Tragkraftspritzen
 tragbare Stromerzeuger
 diverse Tauch- und Schmutzwasserpumpen
 Permanentsauger
 tragbare Leitern (Steck- und Schiebleitern)
 Sprungpolster
 Diesel- und Ottokraftstoffe (in Kanistern)

Zum Materialumschlag stehen ein Gabelhubwagen sowie der Manitou Teleskoplader zur Verfügung.

Beschaffungen von Einsatzfahrzeugen und -geräten

Die Beschaffung von neuen Einsatzfahrzeugen erfolgt auf Grundlage eines mehrere Jahre im Voraus festgeschriebenen Beschaffungskonzepts. Vor Beginn einer konkreten Beschaffung erfolgt zunächst in enger Abstimmung mit dem Sachgebiet 37.22 – Einsatzvorbereitung die Festlegung der spezifischen Anforderungen an das Fahrzeug, die neben der jeweils geltenden Fahrzeugnorm die Grundlage für alle nachfolgenden Arbeiten bilden. Anschließend erfolgen eine intensive Sichtung des Marktes und (idealerweise) Abstimmungen mit Feuerwehren, die in der jüngsten Vergangenheit ein ähnliches Fahrzeug beschafft haben.

Der nächste Schritt ist die Erstellung einer förmlichen Leistungsbeschreibung. Hierbei kann entweder das Fahrzeug einschließlich Beladung als ein Lieferumfang beschrieben werden, oder es erfolgt die Aufteilung in die Lose „Fahrgestell“, „Aufbau“ und „Beladung“. Jede noch so kleine technische Anforderung muss nun produktneutral und so genau wie möglich beschrieben werden, ohne möglichen Lieferanten den Gestaltungsspielraum unnötig einzuschränken oder diese gar vom Auftrag auszuschließen. An dieser Stelle muss mit besonderer Sorgfalt gearbeitet werden, da alle beschriebenen Anforderungen verbindlich zum Vertragsbestandteil werden. Besonders die Anforderungen an die elektrischen und elektronischen Baugruppen wie Funk- und Ladetechnik stellen hierbei eine besondere Herausforderung dar. Daher definiert das Sachgebiet 37.31 bereits seit einigen Jahren eine verbindliche Auf- und Einbaurichtlinie für die Funk- und Ladetechnik.

Auf Grundlage des öffentlichen Vergaberechts und in Abstimmung mit den zuständigen Stellen der Stadtverwaltung erfolgt anschließend die beschränkte, öffentliche oder Europaweite Ausschreibung. Nach Ende der Ausschreibungsfrist erfolgt die sogenannte Submission (Angebotseröffnung). Jedes formell zulässige Angebot muss nun technisch bewertet werden. Auf Grundlage der kaufmännischen und dieser technischen Wertung erfolgt nun die Auftragsvergabe.

Anschließend erfolgt mit dem Auftragnehmer eine erste Baubesprechung, in deren Rahmen noch einmal alle Details des Leistungsverzeichnisses besprochen und offene Fragen abgestimmt werden. Im weiteren Verlauf des Bauprojektes erfolgen noch mehrere Baubesprechungen und -abnahmen. Dies ist zum Beispiel nach Herstellung des Rohbaus und während des Endausbaus der Fall.

Vor Auslieferung des Fahrzeuges erfolgt eine unter Umständen mehrtägige Komplettabnahme in gemeinsamer Arbeit mit dem Sachgebiet 37.32.

Nach Einweisung von Multiplikatoren der Feuerwehr Ratingen durch den Lieferanten, erfolgen die Schulung der Mitarbeiter der Berufsfeuerwehr bzw. der ehrenamtlichen Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehr und abschließend die offizielle Indienststellung.